Refano
Alveraniare / Moderator

Anmeldedatum: 22.04.2007 Beiträge: 4066 Wohnort: Oberhausen |
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[Interview] Jörg Raddatz |
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Refano:
Hallo Jörg! Zunächst einmal ganz herzlichen Dank im Namen aller Forumsuser des offiziellen DSA-Forums, das Du Dich für ein Interview zur Verfügung gestellt hast. Wenngleich Du zu den Urgesteinen der DSA-Autoren gehörst, wollen wir auch etwas über die Person hinter dem Namen erfahren. Daher liegt die erste Frage nahe: Jörg Raddatz - wer ist das?
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Tja, als „Urgestein“ bin ich schon etwas älter (37) und seit 1987 dabei – ja, das sind 21 Jahre. Ich habe einige kommen und gehen sehen und die Entwicklung von einem Spaß unter guten bekannten hin zu einem „Produkt“ erlebt, das für manche Spieler heute wichtiger ist als ihr übriges Leben. Ich lebe zusammen mit Heike Kamaris (und zwei schwulen Katern) in Nordrhein-Westfalen und darf mich zusammen mit Heike seit etwas über einem Jahr Chefredakteur für Myranor nennen. Für DSA habe ich schon an fast allem gearbeitet, Botenartikel, Abenteuer, Regionalboxen, Spielhilfen, Romane ... Beim Bornland, den Tulamiden und Novadis und den aventurischen Zwergen würde ich mich ruhigen Gewissens als Mitschöpfer der Grundlagen bezeichnen, während mein über die Jahre bestverkaufter Titel ohne Frage „Kaiser Retos Waffenkammer“ war. |
Refano:
Nun wissen wir schon mehr über den Menschen Jörg Raddatz und was Du schon alles für DSA auf die Beine gestellt hast. Aber wie wurdest Du zum Rollenspieler?
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Vermutlich habe ich das schon irgendwo erzählt, aber ich war Rollenspielautor, ehe ich Rollenspieler wurde – ich hatte fasziniert die Schwarzen Boxen und alle Abenteuer gelesen und daraus abgeleitet, wie man so etwas schreiben muss, wenn man eine Fantasygeschichte erzählen will. Ich weiß noch gut, wie ich auf der Messe Essen 1989 sehr stolz mein Belegexemplar von „Wie Sand in Rastullahs Hand“ abholte und mich dann in meine erste Spielrunde, natürlich eine für Anfänger, setzte. |
Refano:
Was hat dich an DSA so begeistert, dass Du Aventurien treu geblieben bist?
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Offen gesagt, die Möglichkeit, an einem Rollenspiel mitzuarbeiten (so dass die amerikanischen Systeme erst einmal ausschieden) und das dann auch noch gedruckt und weit verbreitet zu wissen (was bei kleineren Systemen eher unwahrscheinlich war). Natürlich hatte ich in den Achtzigern wie wohl jeder damals einige „echte“ Lieblingssysteme und hoffte, das würde sich in deren Richtung bewegen. |
Refano:
Hast Du trotz deiner Tätigkeit in der Myranor-Redaktion überhaupt noch die Zeit, selbst regelmäßig DSA zu spielen?
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Ich spiele leider nur noch selten, aber das hat nicht so viel mit der DSA-Tätigkeit zu tun ... |
Refano:
Wenn Du die Zeit findest, bist Du eher der Spieler oder der Spielleiter?
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Definitiv eher der Spielleiter. Ich neige dazu, selbst als Spieler „mit-leiten“ zu wollen, indem ich einfach am Hintergrund herumimprovisiere und andere bei DSA unangebrachte Sachen mache, die die meisten Spielleiter auf die Palme bringen. |
Refano:
Spieler wie Spielleiter brauchen zwei Dinge, die einem jedem Rollenspiel gehören: eine Welt / Hintergrund und ein Regelwerk. Was ist für dich persönlich wichtiger: ein gut ausgearbeitetes Regelwerk oder eine durchdachte Welt, bei der man die Regeln schon mal biegen kann?
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Auf Rollenspiele generell bezogen: immer die Welt, denn da ist einfach mehr interessantes Material zu finden, das ein Spiel vom anderen trennt. Andererseits ist auch einfach falsch, unausgegorene Regeln zu erschaffen, bei denen man sich direkt darauf verlässt, das die Spieler das am Spieltisch schon irgendwie hinbiegen (nicht, dass ich so etwas nicht auch schon verbrochen hätte). |
Refano:
Wenn Du recht wenig Zeit zum spielen hast, bist Du auf DSA spezialisiert oder spielst Du noch andere Rollenspiele?
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Wenn ich Zeit habe, versuche ich auch, andere Sachen zu spielen, dann allerdings weniger klassische Fantasy – lieber Wildwest, Steampunk, Science Fiction ... |
Refano:
Welchen Stellenwert nimmt DSA bzw. Myranor in Deinem Leben ein? Ist der Arbeitsaufwand heute ein anderer als früher?
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Ja, ein größerer. Selbst für Myranor muss man heute mehr recherchieren als damals für Aventurien, und von dem größeren Aufwand beim Schreiben regelrelevanter Informationen will ich gar nicht anfangen. DSA4 ist einfach viel umfassender darin, was alles festgelegt werden muss. |
Refano:
Hast Du als Autor ein Themengebiet, zu das Dir besonders am Herzen liegt? (sowohl bei Myranor als auch damals bei Aventurien)
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Bei Myranor schlichtweg alles, bei Aventurien – eigentlich auch, auch wenn man natürlich in manche Themen besser eingearbeitet ist. |
Refano:
Kannst Du dich nach all den Jahren noch daran erinnern, was deine erste Arbeit für Aventurien war?
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Die allererste? Für den Aventurischen Boten 14 hatte ich Ende 1987 eine kurze „Mitschrift“ eines Vortrages verfasst, in dem es zum ersten Mal um die Idee ging, dass die heroischen Siedler aus dem Güldenland in Wirklichkeit verbannte Sträflinge waren. Ich hatte es so geschrieben, dass man das nur zwischen den Zeilen herauslesen konnte, während der Vortragende weiterhin voll des Lobes war; und dieser Stil kam bei Ulrich Kiesow gut an. |
Refano:
Woher nimmst Du deine Einfälle und Vorstellungen für deine Abenteuer und Beiträge?
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Es gibt da diesen Versand, wo man für € 19,99 ein Päckchen mit 100 Ideen bekommt ... Aber im Ernst: Man gewöhnt sich an, bei fast allen Sachbüchern und Romanen, Dokus und Filmen, Webseiten usw. die enthaltenen Informationen auf ihre „Verwendbarkeit“ zu filtern. Keine direkte Übernahme, eher eine Anregung, wie bestehende Dinge auf noch nicht beschriebene Weise zusammenhängen könnten. |
Refano:
Wenn Du eine Idee hast, kommt der nächste Schritt. Wie sieht dieser bei Dir aus?
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Abklopfen, durchdenken, und – das schwierigste – ausformulieren. Anfangs habe ich alles in einem Durchgang aufgeschrieben, inzwischen sind einige Überarbeitungsgänge nötig. |
Refano:
Auch wenn Du heute nicht mehr aktiv für Aventurien schreibst, wie stehst Du zu dem Vorwurf, dass DSA lange Zeit zu sehr auf das Mittelreich konzentriert war und dadurch andere Regionen eher stiefmütterlich behandelt würden?
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Das mag sein. Ich kann mich noch an die Klagen erinnern, dass alle Abenteuer irgendwo weit weg am Rande Aventuriens spielen und man doch endlich etwas mal im Mittelreich geschehen lassen solle. Aber das war noch vor dem Großen Donnersturmrennen ... |
Refano:
Wie stehst Du zur These, die Veränderungen für das Mittelreich aber auch für Aventurien sei zu schnell gekommen. Kaum hat das Mittelreich das Jahr des Feuers überstanden, da stirbt im Horasreich die Kaiserin und die Königsmacher-Kampagne beginnt. Viele bekannte Figuren sind bereits gestorben und die Spieler fürchten um „ihr“ altes Aventurien. Was siehst Du das?
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Ich kann verstehen, wenn das Spielern zu schnell geht und zu viel wird. Da prallen der Wunsch vieler Autoren, große Geschichten zu erzählen, und das Streben vieler Spieler nach Ruhe in ihrem familiären, vertrauten Aventurien hart aufeinander. |
Refano:
Du hast laut Rückkehr des Kaisers den „ersten Funken zum Jahr des Feuers“ geschlagen. Was kann man sich darunter vorstellen und wie zufrieden bist Du mit der Umsetzung Deiner Ideen?
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Es begann eigentlich mit einer Rundmail, als ich sehr genervt über den Rechercheaufwand und die Durchbürokratisierung des Mittelreiches zum Dampfablassen ein Szenario gesponnen habe, wie man Aventurien „in die Steinzeit zurückbomben“ könne – womit ich gezielt die Welt von DAS 1 meinte, in denen es so etwas wie einen allgegenwärtigen Reichsgeheimdienst ebenso wenig gab wie einen verbindlichen Landfrieden. Das stieß bei anderen Redakteuren und Autoren auf weit positivere Reaktionen, als ich gedacht hätte.
Da ich mich aus der weiteren Planung kaum beteiligt habe, kann und will ich jetzt keine Detailkritik betreiben, das wäre extrem unfair. |
Refano:
Bevor Du Myranor-Chefredakteur wurdest, hast Du einige Zeit nicht für DSA geschrieben. Wie kam es zum Ende und zum Neubeginn Deiner Arbeit für DSA bzw. Myranor?
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Sagen wir so – es hatte keine inhaltlichen Gründe, sondern „geschäftliche“. Ich habe halt wieder angefangen, sobald es die Möglichkeit gab, etwas für Ulisses auf Dere zu erarbeiten. |
Refano:
Wie bewertest Du Myranor seit dem ersten Band? Ist das Güldenland seit seinem Marktstart ein Erfolg, was die Verkaufszahlen und vor allem die Akzeptanz angeht?
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Für DSA-Verhältnisse nicht so sehr, für jedes andere deutsche Rollenspiel hat Myranor gute Zahlen. Ähnlich ist es bei der Akzeptanz, die ist bei generellen Rollenspielern höher als bei manchen eingefleischten Erz-Aventuriern. |
Refano:
Was bietet mir Myranor, was ich nicht schon in Aventurien habe?
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Erzählerische Freiheiten, einen nicht typisch mittelalterlichen Hintergrund und Platz für wirklich Neues. Aventurien ist ein abgestimmtes Menü, Myranor ein Büffet. |
Refano:
Eine andere Sache, die sich auch hier im Ulisses-Forum wiederfindet, ist die Größe Aventuriens im Vergleich zu Myranor: Ist Aventurien mittlerweile zu voll, zu dicht besiedelt?
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Derisch betrachtet, nein. Aber irdisch ist es schon mitunter so präsentiert worden. |
Refano:
Wo wir bei der Präsentation sind. Der Abschluss der Lamea-Kampagne im Aventurischen Boten wurde scharf kritisiert. Wie stehst Du als verantwortlicher Myranor-Redakteur zu diesem Ende?
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FanPro hatte da einige offene Fäden und wollte sie zu einem Abschluss bringen – das ist erst einmal lobenswert. Sie hatten nicht die Möglichkeiten von Ulisses, Myranor weiterhin präsent zu halten, also werde ich mich da nicht mit Platitüden hervortun, wie man das hätte anders machen sollen. |
Refano:
Die Reise zum Horizon ist das erste Cross-Over-Abenteuer zwischen Aventurien und Myranor gewesen. Wird es noch mehr solcher Abenteuer geben?
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Im Moment ist da (noch) nichts geplant. |
Refano:
Mit dem Myranischen Arsenal hast Du einen Quantensprung in der derischen Waffentechnik begangen. Feuerwaffen sind ein heiß umkämpftes Feld. In Myranor gibt es sie nun, ob es sie auch in Aventurien geben soll, darüber streiten sich die Geister. Warum hast Du sie in Myranor eingeführt?
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Weil ich das konnte! Muharharharhar!!!
Im Ernst: Weil es mir in Myranor nicht weiter bedenklich vorkommt und es auch verlockend war, einmal „realitätsnahe“ Regeln für Frühformen der Schießpulverwaffen zu entwerfen. Sie werden in unserer Darstellung Myranors gewiss nicht übermäßig präsent sein. |
Refano:
Wie stehst Du persönlich zu Feuerwaffen in Fantasy-Rollenspielen?
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Sie werden von eigentlich allen Systemen, wo es sie gibt, als eine (langsame, auffällige) Fernwaffenklasse unter anderen behandelt, und da sind sie gut aufgehoben. Faustrohre und Hakenbüchsen sind kein Grund zur Panik. |
Refano:
Kannst Du Dir Feuerwaffen auch in Aventurien vorstellen oder passen sie dort einfach nicht hin?
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Wie gesagt, andere Rollenspiel-Hintergrundwelten, die so gesellschaftlich modern sind wie Aventurien, räumen Feuerwaffen einen entsprechenden Platz ein. Aber außer den diversen weltinternen Gründen, die gegen ihre Verbreitung in Aventurien sprechen, gibt es auch die simple Tatsache, dass man damit wohl mehr Spieler vergraulen als neue gewinnen würde. |
Refano:
Myranor zeichnet sich durch seine zahlreichen Rassen aus. Woher kommen die ganzen Ideen zu den Rassen? Ist irgendjemand ein Tierlexikon durch gegangen?
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Wir haben versucht, passende Rassen für die verschiedenen klassischen Charakterarten zu finden, die zwar neu, aber doch schnell vermittelbar sind. Natürlich ist ein Löwenmensch oder ein Chamäleonmensch nicht so „originell“ wie ein zwölfohriges silberhäutiges radialsymmetrisches Knorpelwesen mit Beutel für die auszubrütenden Eier, aber es hilft eben auch, wenn ein neuer Spieler auf vorhandene Vorstellungen zurückgreifen kann, wie sich eine Katze verhält, statt stundenlang eines wirklich fremdartige Mentalität zu studieren. |
Refano:
Würdest Du am liebsten noch mehr Rassen hinzufügen oder welche lieber wieder streichen?
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Einige werden noch dazu kommen, doch das sind eigentlich nur die, die schon im Hardcover angedeutet wurden. Ein, zwei andere erscheinen mir persönlich als spielbare Rassen eher überflüssig, aber da werde ich keine Namen nennen. |
Refano:
Vielleicht kannst Du ein paar Rassen verraten, die noch auf uns zukommen werden und etwas detaillierter beschrieben werden?
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Hm – die Lyncil, die Kentori, die Lutraa und andere; bei den Menschen die Nordimperialen, die Schwarzhäute (Ban Bargui) und die Hjaldinger. |
Refano:
Kann man eine glaubhafte Welt darstellen, wenn man die Kontinente immer künstlich getrennt halten muss (Stichwort Efferdwall)?
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Was ist am Efferdwall künstlicher als am Ehernen Schwert? Wenn eine so große Barriere existiert, ist sie erst einmal da. Ob das ewig so bleibt, ist eine andere Frage. |
Refano:
Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit dass der Efferdwall irgendwann einmal fallen wird?
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Vorausgesetzt, dass das Produkt DSA noch ein paar Jährchen existiert, wird er irgendwann einmal fallen, das ist fällig sicher. Irgendwann wird der dann Verantwortliche feststellen, dass eine größere Kontaktaufnahme eine bessere Kampagnenidee abgibt als Borbarads Zweite Rückkehr, und dann passiert es. |
Refano:
Wird es jemals eine myranische Invasion in Aventurien geben und wenn nein, hättest Du gerne eine?
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Die große Invasion kommt doch wohl erst etwas später. Und dabei verrate ich nicht einmal, wer wen angreift.
Rein theoretisch: Was wäre wahrscheinlicher: Dass ein erlahmendes Großreich lieber zu maritimen Heereszügen aufbricht, statt benachbarte Territorien zurückzuholen – oder dass eine kleinere, aber entschlossene Gruppe im Besitz der alleinseligmachen Wahrheit (des Silem-Horas-Ediktes) einen Kriegszug beginnt, um dem einstigen Mutterland mit Feuer und Schwert die Erleuchtung zu bringen? |
Refano:
Wie wird generell die Einteilung der Myranor-Bücher sein? Hat man sich schon genauere Gedanken zu den Regel-Erweiterungen gemacht und wird es eher eine lose Reihe sein, die noch nicht komplett geplant ist?
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Nun, wir müssen erst einmal die Zauberei und den Götterkult auf die Beine stellen, daneben kann und wird es auch Veröffentlichungen zu „kleineren“ Themen geben. |
Refano:
Wird es von Heike und Dir noch myranische Abenteuer geben?
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Das hängt davon ab, wie viel wir uns allgemein von Abenteuern versprechen. Erst einmal hat die weitere Grundlagenbeschreibung eindeutig Vorrang. |
Refano:
Wirst Du wieder mal etwas für Aventurien schreiben?
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Davon gehe ich aus – und Patric hat auch schon gezielt für ein, zwei Projekte in diesem Jahr angefragt. |
Refano:
Du bist ja selbst auch im Ulisses-Forum aktiv. Ziehst Du als Autor einen Nutzen aus den verschiedenen Foren?
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Ja. Man bekommt schnell mit, wie die Stimmung zu bestimmten Entwicklungen und Publikationen ist, kann Ideen „ausprobieren“ und Umfragen veranstalten. Allerdings raubt es auch Zeit, weil es wirklich schwer ist, in einem Forum halbherzig aktiv zu sein. |
Refano:
Wie stehst Du allgemein zu den verschiedenen Internetforen?
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Sie sind eindeutig eine Bereicherung der Szene – auch wenn man sich niemals einreden darf, die dort aktiven Spieler seinen repräsentativ für alle regelmäßigen oder sogar potenziellen Rollenspieler. Foren-„Aktivisten“ wollen im Zweifelsfall alles etwas detaillierter, hintergrundangepasster und komplexer als der durchschnittliche Kunde. |
Refano:
In den letzten Jahren konnte man dich immer wieder auf dem RatCon antreffen. Welchen Stellenwert haben Cons und Messen wie die SPIEL für dich?
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Einen großen. Zwar trifft man heutzutage mit den Fans auch im Internet zusammen, aber der persönliche Kontakt ist doch noch einmal besser. |
Refano:
So schnell gehen Fragen vorüber und schon wieder ist ein Interview zu Ende. Es folgen nun die „Klassiker“ unter den Fragen, denen sich bislang jeder stellen musste, allerdings hast Du ein paar Fragen mehr.
Welches ist dein Lieblingsabenteuer und warum?
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Das kann ich wirklich nicht sagen – dafür habe ich zu wenige gespielt oder geleitet, und wenn man Abenteuer als Arbeitsmaterial liest, verliebt man sich nicht so rasch. |
Refano:
Was ist deine Lieblingsregion in Aventurien und warum?
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Meine erste „selbst gemachte“ Region war eine Variante Nostrias, die nichts mit dem später beschrieben zu tun hatte, ansonsten mag ich sehr das Bornland und die Tulamidenländer. |
Refano:
Was ist deine Lieblingsregion in Myranor und warum?
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Das kann ich wirklich nicht sagen – da war ich so sehr an der Konzipierung beteiligt, dass mir eigentlich alle am Herzen liegen (und die wenigen Ausnahmen verrate ich nicht). |
Refano:
Was ist deine Lieblingsprofession und warum?
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Und wieder im „Opa erzählt vom Krieg“-Modus: Professionen sind etwas so neues, dass ich da wirklich keine Vorlieben habe. Der Norbarde war der erste Heldentyp, den ich geschrieben habe und irgendwie hänge ich ziemlich daran. |
Refano:
Wenn Du es könntest: Welchen NSC würdest du verschwinden oder wieder auferstehen lassen bzw. welches Ereignis würdest Du rückgängig machen und warum?
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Ganz ehrlich: Mir hat es sehr leid getan, als Waldemar der Bär gestorben ist, auch wenn er einen heroischen Tod bekommen hat. Aber so ist es jedenfalls besser, als wäre er in einem „Der Bote braucht noch eine Seite Texte mehr!“-Artikel von uns gegangen. |
Refano:
Aventurien oder Myranor?
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Derzeit? Myranor. |
Refano:
Gibt es etwas, dass Du noch ansprechen möchtest und was sagst Du der DSA-Gemeinde zum Abschluss?
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Ach, Schlussworte sind nicht gerade mein Ding. Ich wünsche allen, dass wir die Möglichkeit finden, unsere verschiedenen Stile von episch bis familiär unter einen Hut zu bekommen und dass das Hobby eine neue Renaissance erlebt. |
Refano:
Jörg, ich bedanke mich für das Interview im Namen der DSA-Community und wir alle wünschen Dir für die Zukunft alles Gute und vor allem viele gute Ideen!
_________________ Endlich wieder ein Interview - schickt mir Fragen für Daniel Simon Richter! |
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